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Mallorcabericht 1/13
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Vielleicht kann diese Geschichte Menschen Mut machen,

ihr Herz zu öffnen, für einen älteren Hund,

der auch noch ein Jagdhund ist und obendrein

noch Leishmaniose hat?

 

 

Man verliebt sich in das Foto eines Hundes und dann schwirren einige Gedanken im Kopf herum:

- Ein Jagdhund wird womöglich immer auf der Jagd sein und es wird gar kein Waldspaziergang ohne Stress möglich sein....

- Er ist alt und ich bezahle eine Schutzgebühr für ihn und dann lebt er gar nicht mehr lange.

- Seine Leishmaniose-Erkrankung wird mich sehr viel Geld kosten.

-und-und-und-

Das sind nur ein paar Punkte, aber ich glaube, dass ganz viele

Menschen diese und ähnliche Gedanken haben. Das ist auch völlig richtig so, denn niemand sollte einfach aus einer Laune heraus voller Euphorie - unüberlegt - einen Hund zu sich holen.

 

 

 

...man kann sich gut informieren und mit etwas Mühe und ganz viel Liebe und etwas Glück kann es auch klappen:


Murphy kommt von Mallorca und war dort von seinem alten Besitzer zusammen mit einer Dogge auf einem alten verlassenen Landgut an einer Kette angebunden worden.

Niemand kümmerte sich um die Hunde.

Murphy lebte auf einem Misthaufen und war eigentlich schon verhungert und verdurstet, als Tierschützer ihn gerettet haben.

Für die Dogge kam jede Hilfe zu spät. Sie ist gestorben.

Mit viel Liebe ist Murphy wieder aufgepäppelt worden und ist dem Tod gerade noch von der Schippe gesprungen....

Er ist jetzt ein älterer und etwas kränklicher Hundeherr von fast 10 Jahren, der auch früher mit seinem Besitzer wohl auf der Jagd war.

Da hat er sicher gute Dienste geleistet, aber irgendwann wollte man ihn dann nicht mehr haben.

Er ist nicht mehr der Schnellste, die Knochen und Gelenke tun ihm manchmal weh, einige große Narben hat er auch und natürlich ist er auch Leishmaniose positiv....

So ganz lange anstrengende Spaziergänge macht man besser auch nicht mehr...

Einen Schönheitswettbewerb wird er mit seinen Narben, seinem schiefen Rücken und seinen etwas “watscheligen Plattpfoten” auch nicht mehr gewinnen....

Und doch ist er (selbstverständlich neben Charlotte) für uns der beste Hund der Welt !

 

 


Und ganz oft denken wir :

“ Wenn er uns erzählen könnte, was er erlebt hat ... “

Er hat nach seiner Rettung wohl ca. 2 Jahre bei Olga auf Mallorca im Refugio gelebt.

Olga und ihre Helfer geben sich sehr viel Mühe mit ihren Schützlingen, aber jeder weiß, dass das kein Zuhause auf Dauer sein kann. Und schon gar nicht für einen alten kranken Hund. Aber wer will schon einen fast 10 Jahre alten Jagdhund mit Leishmaniose ? Ich etwa ?

Einige Wochen habe ich ihn mir immer wieder im Internet angeguckt. Er saß gebückt da, wirklich wie ein Häufchen Elend.

 

 

Eigentlich wusste ich ja, dass ich ihn unbedingt haben wollte!

Aber da war schon eine gewisse Unsicherheit ...

Ich habe mich dann über Leishmaniose informiert und viel gelesen und Erfahrungsberichte von anderen Hundehaltern mit kranken Hunden gesucht und gelesen.

Natürlich ist das eine üble Erkrankung, aber man kann mit Allopurinol

schon etwas erreichen und die Krankheit behandeln.

Allopurinol gibt es von verschiedenen Herstellern,

aber der Inhalt ist der gleiche.

Die Preise für 100 Tabletten liegen bei ca. 10 bis 15 Euro.

Murphys Tabletten kosten uns im Monat keine 10 Euro und wir sind gerne bereit, das zu zahlen.

Außer, dass wir ihm morgens und abends seine Tabletten geben müssen,

macht die Krankheit gar keine Umstände.

Ab und zu muss eine Blutabnahme mit Leishmaniose-Test gemacht werden

um die Werte zu kontrollieren.

Das kostet bei meinem Tierarzt ca. 40 Euro, passiert aber nicht so häufig, vielleicht jedes halbe Jahr. Sein Leishmaniosewert ist so hoch, dass die Tablettengabe nötig ist, aber seine Werte sind nun wenigstens

konstant und nicht weiter gestiegen.

Ich denke, dass bei jedem alten Hund Wehwehchen oder

Krankheiten kommen können und dass Tierarztbesuche viel Geld kosten

können, das wissen wir auch alle. Aber die Kosten,

die die Leishmaniose für uns verursacht, sind sicherlich überschaubar.

Ich weiß nicht, was noch auf uns zukommt, wenn die Werte schlechter werden. Natürlich habe ich Angst, aber ob Mensch - ob Tier - wir werden alle alt und müssen Krankheit und Kummer ertragen.

Die Wesensbeschreibung Murphys durch die Tierschützer war bei uns wirklich hundertprozentig zutreffend und deshalb wussten wir, dass Murphy zu uns passen würde.

Wir mussten damit rechnen, dass er sich im Flug auf Katzen stürzen könnte.- Gut, das kann aber jeder andere Hund auch ! - Murphy ist nun ein halbes Jahr bei uns und alle Katzen in der Nachbarschaft leben noch.

Auch die Kaninchen und auch die Meerschweinchen ....

Es hat keinen einzigen Zwischenfall gegeben.

Zuerst war er im Wald nur an der Schleppleine. - Ich gebe zu :

Am ersten Tag habe ich auch gedacht, dass er nie ohne Leine frei laufen würde, denn er hatte nur die Nase auf dem Boden und pausenlos gesucht.

Mit Kopf und Körper ohne Rücksicht auf irgendwas durch alle Brombeersträucher und mit der empfindlichen Nase in alle Dornen rein.

Das ganze mit so viel Karacho, dass wir Handschuhe anziehen mussten

um uns nicht an der Leine zu verbrennen...

Dann hat mein Mann mit Geduld jeden Tag mit ihm geübt und

ich musste für einigen Nachschub an Leckerchen sorgen.

Es hat sich gelohnt. Murphy ist mindestens 3 mal am Tag im Wald oder in Waldnähe,

läuft ohne Leine und hört inzwischen wirklich bestens.

Noch nie hat es auch nur ansatzweise irgendeinen unangenehmen Zwischenfall mit Wildtieren oder anderen Hunden gegeben.

Es klingt verrückt, aber ich bilde mir ein, dass er genau weiß, dass er sich benehmen muss, dass er Regeln einhalten muss und das das hier wohl

seine letzte Chance auf einen angenehmen Lebensabend ist.

Er ist so lieb und vernünftig und dankbar.

Wenn es überhaupt auch nur ansatzweise ein “Problemchen” gibt,

dann ist das seine Vorliebe fürs Autofahren: Murphy steigt sofort in ein offenes Auto ein und denkt aber auch gar nicht daran wieder rauszukommen...

Wenn das sein einziger Tick ist,

dann können wir damit gut und lachend leben ...

 

 


 

Ich hatte mich genau über Murphy und sein Wesen und Verhalten informiert. Das war sehr wichtig, denn die Beschreibung der spanischen

Tierschützerin war so gut, dass ich mir ein sehr genaues Bild

von ihm machen konnte. - Schließlich haben wir schon eine Hündin

und man hat auch Bedenken, dass die Hunde sich einfach nicht

verstehen könnten.

Aber was nützt es den Tierschützern, wenn sie lügen oder aus einem schwierigen Hund einen Engel auf vier Pfoten machen ?

- Es würde nur Probleme und Rückläufer geben ...

Von der Beschreibung her passte alles ausgezeichnet und ich kann nur sagen, dass unsere Hunde heute ein Herz und eine Seele sind.

Es ist, als ob Murphy schon immer bei uns gewesen wäre.

Er ist genau so, wie er beschrieben wurde.

Alles passt. Und er hätte schon viel früher bei uns leben sollen.

 

 

 

Er ist nun ein halbes Jahr in unserer Familie und bereitet uns ausnahmslos Freude. Es ist, als ob man seine Dankbarkeit spürt und alles kommt wirklich als Glück ins eigene Herz zurück !

Auch wenn wir wissen, dass seine Tage bei uns vielleicht gezählt sind, weil er schon älter und nicht hundertprozentig gesund ist, so möchten wir ihm hier einen schönen Lebensabend bereiten.

Ich kann nur jedem Mut machen auch einmal sein Herz für einen älteren Hund zu öffnen und ihm ein Zuhause zu geben. Auch Jagdhunde werden leider immer in die Kiste der “ständig und überall Hasen-zerfleischenden-Ungeheuer” gesteckt... Man kann einen Hund, wenn man sich ein wenig Mühe gibt, gut erziehen und nicht jeder Jagdhund ist ständig auf der Jagd. Ich kenne viele andere Hunde, die eher hinter einem Hasen herlaufen als Charlotte oder Murphy. Außerdem gibt es Jagdhunde, die gar nicht für die Jagd zu gebrauchen sind. - Auch diese abgeschobenen Hunde müssen ein Zuhause und eine Familie finden.

Probleme - ob erziehungstechnisch oder krankheitsbedingt - kann es mit jedem Hund geben.

Keinen Tag haben wir es bereut, dass er bei uns ist und ich kann nur jedem die Freude und Zufriedenheit wünschen, die man erlebt, wenn man einen solchen Hund bei sich aufnimmt.

 

 


Nur Mut ! -

Eine Garantie gibt es für nichts im Leben,

aber es lohnt sich zu kämpfen !

 

Sabine Schötz und Familie

und ganz viele Grüße von Murphy :-)

 

 

 

Murphy angekommen ....

 

 

 

ABER:

 

 

 

 

 

 

Über die Angst vor Leishmaniose und die Zweifel

einen alten Jagdhund aufzunehmen:

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