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Reisebericht Adra 17.11.-19.11.2013

 

 

Wir wollten schon lange wieder selber reisen, aber Beruf, Familie und besonders auch die Arbeit im Tierschutz ließen uns nie Zeit dafür. Doch da wir schließlich jede Menge Hunde reserviert hatten und sowohl die Vier- als auch Zweibeiner das bevorstehende Weihnachtsfest zusammen hier in Deutschland feiern wollten, haben wir uns gedacht, der Zeitpunkt ist da, ein paar Menschen und Tiere noch in diesem Jahr glücklich zu machen. Natürlich auch uns, denn wir freuen uns immer sehr über die leuchtenden Augen der Adoptanten und die (manchmal noch vorsichtige) Freude der Hunde, wenn alle das erste Mal zusammen treffen.


Glücklicherweise konnten wir zwischen den wirklich sehr teuren Flugangeboten noch etwas finden und gleich buchen. Keine Schnäppchen, aber das konnten wir zu dieser (Reise-)Zeit auch nicht erwarten. So ging es am 17.11. Nachmittags los. Mit wenig eigenem Gepäck und dafür gleich noch ein paar leeren Boxen starteten wir mit Condor direkt bis Malaga. Nachdem wir dort gut angekommen waren und unseren Mietwagen abgeholt hatten, ging es auch direkt ins Hotel, denn es war bereits 20 Uhr. Schnell noch eine Stärkung im Restaurant und dann ins Bett, damit wir fit und ausgeschlafen am nächsten Morgen Richtung Adra an der Costa Almeria starten konnten.


Gesagt – getan! Wir hatten Glück mit dem Wetter und fuhren am Morgen des 18.11. bei gefühlten 17 Grad in ca 2 ½ Stunden bequem die sehr gut ausgebaute Autobahn A7 hoch und waren wirklich beeindruckt von der landschaftlich abwechslungsreichen Küste. Zwar ist die Region bekannt durch den Anbau von Obst- und Gemüsekulturen, aber wenn man dazu dann noch die mächtigen Bergketten und die Buchten inklusive Meer sieht, bekommt man schon Lust auf Urlaub... Doch das war ja nicht der Grund unserer Reise!

 

 


Wir arbeiten jetzt schon eine ganze Zeit sehr gut und eng mit dem Tierheim von Adra zusammen und hatten bisher noch nicht die Möglichkeit, die Tierschützer dort persönlich kennenzulernen, aber einen so herzlichen Empfang haben wir bisher noch nie erlebt! Ein großes Willkommensplakat zierte die Mauer des Tierheimes bei unserer Ankunft, alles wurde uns gezeigt und die Abläufe genauestens erklärt. Man hatte sich extra von der Arbeit frei für uns genommen! Die Zwinger der Hunde waren sauber und aufgeräumt und die Vierbeiner wollten am liebsten alle nur raus, um uns zu begrüßen. Alle Hunde sind toll sozialisiert und Leben in kleinen Rudeln harmonisch zusammen. Keine Beissereien oder Aggressionen! Trotz der natürlich alles andere als optimalen Umstände dort, ist man immer sehr besorgt um das Wohlergehen der Tiere. Es gibt im Tierheim noch zwei separate Räume, einer mit Futter und Boxen gefüllt, der andere mit Leinen, Halsbändern, Näpfen, Hundemänteln, etc., dem Medizinschrank und einer Pinwand zur Übersicht, welcher Hund wann welche Medikamente erhält oder geimpft oder kastriert werden muss. Alles hat seine Ordnung :-)

Zuerst ist uns der Quarantäne-Zwinger aufgefallen, in dem drei kleine Welpen-Geschwister furchtbar um Aufmerksamkeit jammerten. Einfach herzzerreissend! Natürlich konnten wir nicht einfach weitergehen und mit allen wurde erstmal ausgiebig geschmust – soweit das bei drei kleinen aufgedrehten Zappeltierchen möglich war... Schon bald werden wir sie bei uns auf den Vermittlungsseiten vorstellen. Momentan sind sie aber noch zu jung.
Doch auch all die anderen Hunde wurden nach und nach begrüßt und gestreichelt, fotografiert und mit einigen hatten wir zwischendurch noch Zeit, um sie einfach mal raus aus den Tierheimmauern zu holen und eine Runde Gassi zu gehen. Dabei wurden auch gleich Bilder und Videos gemacht.


Nach jeder Reise hat man so seine Herzenskandidaten. Das sind die Hunde, die unter der Situation besonders leiden und sich zurück ziehen – wie zum Beispiel unser Coke! Er ist so ein lieber Hund, keine Schönheit, aber ein Hund mit großem Herzen. Er traute sich kaum an die Gitter des Zwingers. Saß lieber zurückgezogen und in sich gekehrt in der Ecke. Er ist einfach unglücklich dort. Für ihn suchen wir dringend einen Platz. Oder der kleine Nemo. Er mag ganz und gar nicht mit den vielen anderen Hunden dort zusammen sein. Seine Zwinger-Freundinnen Teresita und Mayka sind mittlerweile in ihre Familien gezogen und Nemo musste alleine zurück bleiben. Dabei ist er wirklich ein ganz süßer Bursche. Auch Schäferhund-Mischlingshündin Kira, die mit 4 Monaten einen Unfall hatte und daher ein verformtes Vorderbein zurück behalten hat, wird es nicht einfach haben. Ihre Familie wollte sie aus diesem Grund sogar einschläfern lassen... Dabei läuft sie damit problemlos und sie ist ja auch noch so jung! Die bildhübsche Hündin Goldie, die ebenfalls durch einen Unfall jetzt einen leicht wackeligen Gang behalten hat und die eigentlich gründlich untersucht werden müsste. Sie ist so hübsch, doch es wird ihr vermutlich nicht helfen hier in Deutschland eine Familie zu finden, oder? Unsere Welpenkinder.... sie wollen wir an dieser Stelle nicht vergessen. Was für ein knuddeliges Durcheinander als sie in den Innenhof gelassen wurden. Zarina, Gufy, Marc, Duquesita und Lucas sind pure Freude und Fröhlichkeit. So wie Welpen sein sollen. Man kann sie kaum auseinanderhalten – schon gar nicht, wenn sie um und auf einem herum wuseln. Wir hätten gerne alle mitgenommen. Dann noch die süße Blacky, die eigentlich nur schmusen und auf den Arm wollte und ihr hübscher Bruder Calcetines, der mit den anderen um die Wette lief... Allesamt völlig unbedarft, verspielt und einfach nur happy. Wir werden versuchen für sie alle tolle Familien zu finden!

 

Coke                                     Nemo                                    Goldie                                                 Kira

 

   

  

 


Nach den ersten Stunden im Tierheim luden uns unserer TierschutzkollegInnen dann erstmal zum Essen ein. Auch hier war alles geplant und so viel wie es gab, konnten wir gar nicht essen :-)


Bestens gestärkt ging es dann wieder zurück zum Tierheim und – wie eigentlich bei jedem Besuch in Spanien -  auf dem Weg dorthin an einer Mülltonne direkt an der Straße sahen wir dann einen gebückten, dunklen Schatten entlang huschen. Nach einer gefühlten Vollbremsung, zögerten wir nicht und drehten um. Was wir da sahen war genau der Grund, warum wir hier waren und beinahe unsere komplette Freizeit dem Tierschutz widmen... Eine Hündin, noch kein Jahr alt, die Rute vor Angst bis zum Bauchnabel eingezogen, völlig abgemagert und zusammen gekauert, versuchte etwas Essbares zu finden. Als sie uns sah, flüchtete sie kraftlos und wir folgten ihr langsam. Sie ging zu einem naheliegenden Haus und versuchte sich zu verstecken. Doch ihre Angst war nicht so groß wie ihr Hunger und so konnten wir sie langsam und geduldig mit Leckerlis anlocken. Immer ein Stückchen näher, bis sie das Futter aus der Hand nahm und schließlich der ganze Kopf in der Leckerli-Tüte steckte... Was macht man in so einer Situation? Natürlich dieses arme Wesen mitnehmen! Sie hatte große Angst, aber als ob sie es spürte, dass wir ihr nichts Böses antun wollten, konnten wir sie auf den Arm nehmen und zum Auto bringen. Im Tierheim angekommen bekam Tonia, so tauften wir sie, erstmal ein Mäntelchen zum Wärmen und etwas Futter und Wasser. Die kleine Rute fing da schon langsam an zu wackeln. Sie hätte in diesem Zustand nicht mehr lange auf der Straße überlebt. Wir sind sicher, es sind viele Menschen an der Hündin vorbei gefahren und haben sie gesehen...Niemand hat ihr geholfen. Es ist unglaublich – unglaublich traurig!


Nach unserer Rückkehr nach Deutschland erfuhren wir, dass Tonia bei einer Größe von 51 cm nur 12 kg wog...

 

 

Tonia
 

   

 

 


Am Abend hatten wir dann noch ‚einen Termin‘ beim zuständigen Tierarzt! Wir waren zuerst ganz überrascht, denn dass sich ein Tierarzt extra Zeit für uns nimmt, um uns kennenzulernen, fanden wir eher ungewöhnlich. Doch auch hier eine ganz herzliche Begrüßung und der Chef selbst ließ es sich nicht nehmen uns seine Praxisräume zu zeigen und ausgiebig mit uns zu unterhalten. Er bedankte sich sogar bei uns, dass wir das Tierheim so toll unterstützen und er freute sich über die weitere Zusammenarbeit! Interessant war bei dem Gespräch vor allem das Thema um die hier viel diskutierte Mittelmeerkrankheit ‚Leishmaniose‘. In Spanien geht man aufgrund der Häufigkeit des Auftretens dieser Erkrankung relativ normal damit um. Während hier immer wieder Tierärzte oft aus Unwissenheit oder mangelnder Aufklärung eine regelrechte Panik machen. Wir werden auf dieses Thema aber in nächster Zeit auch nochmal in einem separaten Artikel näher eingehen.


Erschöpft, aber sehr zufrieden ging es nach dem Treffen mit dem Tierarzt dann ins Hotel und nach einem kleinen Snack ins Bett, denn der nächste Tag war schon der Rückreisetag.


Nach dem Frühstück holten uns unsere TierschutzkollegInnen vom Hotel ab und wir fuhren zum Tierheim. Dort waren zum Teil schon die Boxen für den Transport zum Flughafen aufgebaut und vorbereitet. Schließlich mussten wir ja erstmal wieder die 2 Stunden zurück nach Malaga fahren. Nachdem alles vorbereitet war, wurde nochmal eine Runde Gassi mit den Hunden, die fliegen sollten, gegangen und dann starteten wir auch schon in Richtung Malaga. Zwei Autos, vier Zwei- und 8 Vierbeiner kamen pünktlich zum Check-In am Flughafen an. Alle waren munter, lediglich den Welpen war die kurvige Fahrt nicht so gut bekommen, denn alle haben gebrochen... Alles klappte prima und so konnten am Abend alle Adoptanten überglücklich ihre Vierbeiner in Frankfurt entgegen nehmen.


Eine anstrengende, aber sehr schöne und erfolgreiche Reise war für uns zu Ende gegangen.


Doch bereits vor Antritt unseres Besuchs in Adra stand fest, dass wir nicht alle reservierten Hunde mit nach Deutschland nehmen konnten, da die Boxenvakanzen auf den Flügen begrenzt sind. Somit haben wir kurzfristig noch einen weiteren, teuren Eigenflug gebucht und so konnten Mayka, Arena, Richard und endlich auch Pirro nach Deutschland reisen. Mayka und Arena sind bereits Happy Dogs, Richard und Pirro warten noch in Pflegestellen auf ihre endgültigen Familien.


Abschließend können wir sagen, dass wir uns auf die weitere, erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Tierheim Adra sehr freuen, denn eine derart entgegengebrachte Wertschätzung und einen so respektvollen Umgang miteinander haben wir vorher nicht gekannt. Zudem tut man hier wirklich alles für die Hunde und immer mit dem Blick vor Augen, den Tieren gerecht zu werden, sie nicht nur aufzubewahren, sondern gegebenenfalls zu sozialisieren und ‘familientauglich‘ zu erziehen.

                                                                                                                            

 

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